Donnerstag, 17. November 2016

Interview mit Charlotte Lucas alias Wiebke Lorenz

Leute ich war wirklich etwas nervös, mein erstes richtiges Interview. Gott sei Dank musste ich da nicht alleine durch! Die liebe Steffi von den Schlunzen Büchern hat mir beigestanden. Und das Interview mit ihrer locker, fluffigen Art eröffnet. ;)

Meine Rezension zu ihrem Buch "Dein perfektes Jahr" habt ihr ja sicherlich schon entdeckt und vielleicht auch gelesen? Nun folgt hierzu natürlich auch noch das Interview. 


Quelle: Verlag 


Steffi und ich hatten das Glück einen Termin am Messe Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse zu bekommen. Wir haben uns sehr gefreut und die Chance natürlich ergriffen um ihr ein paar Fragen zu stellen.

Welche Fragen wir gestellt haben und was Charlotte dazu zu sagen hatte? Das erfahrt ihr hier:



Schlunzen- Steffi: 
Wir sind ja nicht der erste Interview Termin für heute, wird das nicht irgendwann langweilig, weil die Leute auch immer wieder die selben Fragen stellen?

Wiebke: 
80 Prozent sind dieselben Fragen und 20 Prozent sind neue Fragen, aber nein, mir ist nicht langweilig. Ich unterhalte mich gerne mit Leuten und suche den Kontakt zu meinen Lesern.

Hier gab es dann ein kleines Gespräch über Interviews generell und wer sie wie führt.
Die Schlunzen Mädels gehen da nämlich um einiges lockerer ran als ich, ich bin eher der Vorbereitungs- Mensch und habe mir Fragen ausgedacht und mitgebracht. Die Schlunzen mögen es spontan und frei heraus. Welche Art besser ist? Keine Ahnung ich denke eine gute Mischung aus beidem. ;) 

Quelle: Verlag

Ich:
Wieso hast du mit "Dein perfektes Jahr" einen neuen Weg eingeschlagen? Man kannte dich ja nur in Verbindung mit Frauke oder in einem ganz anderen Genre als Solo Autorin.

Wiebke:
Ich bin eigentlich ein ganz bunter Hund. Ich hab schon alles mögliche gemacht. Eigentlich bin ich ausgebildete Journalistin und habe auch lange für Frauen Zeitschriften gearbeitet. Hab aber schon 98 als Wiebke Lorenz meinen allerersten Roman geschrieben, so alt bin ich also schon! :D Das war damals allerdings eine Komödie. Danach habe ich als Wiebke Lorenz drei weitere Komödien veröffentlicht und später kam meine Schwester dazu. Wir hatten die Idee etwas zusammen zu machen und haben Anne Hertz entwickelt und klassische Chick-Lit geschrieben. Dann habe ich das ein paar Jahre mit ihr zusammen gemacht und weiter als Journalistin gearbeitet und als Wiebke Lorenz erst einmal pausiert. Unter Anderem, weil ich als Wiebke Lorenz das Genre wechseln wollte. Ich lese selber gerne Psychothriller und wollte als Wiebke diese nun auch veröffentlichen. Anne Hertz lief immer weiter nebenher. Und dann kam die Idee durch eine Lektorin, die auf mich zukam, in den Bereich Frauen zu gehen. Aber kein Chick-Lit, nicht so hysterisch lustig sondern nachdenklicher. Dann haben wir uns zusammengesetzt und ich konnte mir durch meine journalistische Tätigkeit, in der ich verschiedene Genres bediene auch vorstellen mal wieder was Neues zu machen. Dann haben wir auf dieser Idee rum gedacht und fest gestellt, dass es weder zu Anne Hertz, noch zu Wiebke Lorenz passt also musste ein neuer Name her, um die Leser nicht zu irritieren. Eigentlich mache ich das, um mich nicht zu langweilen. Ich langweile mich sehr schnell und mich interessiert das alles, ich mache sehr gerne verschiedene Genre! Eine Zeit lang habe ich auch Drehbuch geschrieben. Ich finde einfach alles spannend, was mit Schreiben zu tun hat. Bis auf historische Romane, das werdet ihr nicht erleben, dass ich sowas schreibe :)

Steffi: 
Was machst du davon am Liebsten? Was schreibst du am Liebsten oder was geht am einfachsten von der Hand?

Wiebke: 
Am einfachsten von der Hand gehen mit Sicherheit die Chick-Lit Romane, weil die Geschichten zu konzipieren leichter ist. Der Ton ist leichter zu schreiben, bzw. mir fällt er einfach leichter. Am schwierigsten sind tatsächlich die Psychothriller, weil die natürlich spannend sein sollen, nicht vorhersehbar sein dürfen und am Ende trotzdem logisch sein müssen. Alleine diese Konstruktion zu erstellen ist anstrengend. Was ich am Liebsten schreibe kann ich gar nicht genau sagen. Wenn ich gerade einen Krimi geschrieben habe, dann brauche ich danach was romantisches und umgekehrt.
Das geht so ein bisschen nach Lust und Laune und Stimmung. 

Steffi: 
Schreibst du auch parallel?

Wiebke: 
Ich versuche das zu vermeiden, aber manchmal geht das einfach nicht, dann muss ich. Dann schreibe ich wirklich vormittags Krimi und nachmittags Romantik.

Ich: 
Ich hab jetzt schon öfter gehört, dass bei Krimi/Thriller das Buch rückwarts entsteht, das Ende steht und dann kommt der Rest. Ist das bei diesem Buch (Dein perfektes Jahr) auch so? 

Wiebke: 
Ähnlich. 
Ach ne... 
Hier entsteht die Idee vorher, indem ich ich eine Ausgangssituation habe. Eine Anfangsidee. In diesem Fall war das: Was wäre, wenn jemand einen komplett ausgefüllten Kalender findet?
Wenn diese Grundidee steht, dann gehe ich ans Ende. Dann denke ich mir: Was folgt daraus? Wo will ich hin? Und dann fange ich an den Grundsatz zu bauen. Die Grunidee ist immer: Worum soll es gehen? Aber bei einem Krimi ist da sicherlich noch mehr dahinter. 

Steffi: 
Woher kam die Idee mit dem Kalender? Gab es da einen Auslöser? 

Wiebke: 
Keine Ahnung. 
Oft kann ich bei meinen Büchern genau sagen woher die Idee kam, aber das hier ist so eine Idee: 
Morgens aufgewacht, Idee war da! :)

Steffi: 
Wie lange hat es dann gedauert bis das Buch fertig war?

Wiebke:
Von der ersten Idee bis zum fertigen Buch würde ich sagen so ein gutes Jahr. 

Steffi: 
Dauern deine Bücher generell so lange oder nur bei diesem jetzt?

Wiebke: 
Es gibt Bücher , die mache ich in einem halben Jahr. Es gibt aber auch Bücher, da sitze ich zwei Jahre dran. Meistens sind das die Thriller, die länger dauern. Dann schreibe ich jetzt gerade einen fantastischen Jugendroman, denn habe ich mit 18 angefangen zu schreiben :D 
Das ist jetzt auch schon 26 her :D Und jetzt komme ich endlich mal dazu ihn zu schreiben. Der muss nächsten Sommer fertig sein. Die Idee musste ein bisschen länger abhängen. Die Krimis brauchen einfach immer länger, weil ich da sehr sehr kritisch bin. 

Steffi: 
Wird es für den fantastischen Roman ein neues Pseudonym geben um das noch einmal abzugrenzen?

Wiebke: 
Wahrscheinlich nicht, aber ich weiß es noch nicht sicher. 

Ich: 
Sind noch andere Projekte geplant unter diesem Pseudonym? 

Wiebke: 
Ja, ich schreibe gerade den nächsten Charlotte Lucas. Und im Moment ist so eine Phase, dass ich wahrscheinlich bis zum Sommer an drei Büchern parallel sitze. Die werde ich nicht alle zeitgleich abschließen, aber ich werde eine zeitlang parallel schreiben müssen. Während ich dann das eine plotte, schreibe ich das andere schon. 

Steffi: 
Das heißt aber in naher Zukunft wird es keinen neuen Anne Hertz geben? 

Wiebke: 
Nein erst mal nicht. Wobei ich das gar nicht so genau sagen kann, weil Frauke momentan ja auch schreibt, gerade im Kinderbuch Bereich. Aber es ist angedacht, das wir uns im Sommer noch mal wegen Anne Hertz zusammensetzen. Aber es wird dann wohl 2018 werden, bis der neue Anne Hertz kommt. 

Steffi: 
Ich habe von Frauke alle Bücher gelesen. Anne Hertz natürlich auch. Aber deine Krimis habe ich bis jetzt noch nicht gelesen, weil das einfach nicht mein Genre ist und ich da wirklich Lust drauf haben muss, um zu einem Krimi zu greifen. Aber wir hatten letztes Jahr auf der Messe ein Interview mit Arno Strobel und der hat gesagt Wiebke Lorenz sei eine seiner liebsten Krimi Autoren, weil er das selbst privat gut lesen kann! Für mich wäre das also ein Grund mal einen deiner Krimis zu lesen :D 

Ich: 
Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick? Das war ja auch ein Thema in dem Buch. 

Wiebke: 
JA! Ja, das glaube ich. Ob das immer gut endet weiß man nicht, aber ich glaube, dass es das gibt. 

Ich: 
Gibt es etwas, dass du als Autor vermisst? 

Wiebke: 
Viel und lange schlafen können! 

Ich: 
Das klingt nach dir Steffi! 

Steffi: 
Schlafen und Essen!

Ich: 
Gibt es unter deinen Büchern ein Lieblingsbuch für dich? 

Wiebke: 
Ja, "Alles muss versteckt sein", das ist mein persönlichstes Buch. 
Das ist ein Krimi, bzw eher ein Thriller.  Da geht es ja um eine Zwangserkrankung, eine Frau die an aggressiven Zwangserkrankungen erkrankt. Und das ist glaube ich mein Lieblingsbuch, weil es einfach so persönlich ist, weil ich diese Krankheit selber einmal hatte. Und nachdem ich davon geheilt war, war das für mich eine so furchtbare, aber auch gleichzeitig spannende Krankheit und ich musste einfach etwas darüber schreiben. Da ich aber ja keine Sachbuch Autorin, sondern eine Roman Autorin bin, habe ich mir dazu einfach einen Krimi ausgedacht. 
Dieses Buch ist sehr sehr sehr persönlich, weil da viel von mir selbst drin steckt. Alleine wenn ich das Krankheitsbild beschreibe. Da musste ich nicht recherchieren, das kannte ich ja aus eigener Erfahrung 1 zu 1.

Steffi:
Steckt generell viel von dir selbst in deinen Büchern?

Wiebke: 
Mal so mal so. Mal sehr viel, wie bei "Alles muss versteckt sein", mal wenig. Aber in jedem meiner Bücher steckt ein Teil von mir drin, denn die Geschichten kommen ja alle aus meinem Kopf. Das sind ja alles meine Wünsche, meine Träume, meine Vorstellungen. Aber ich sage mal so, in "Wunschkonzert" von Anne Hertz, da steckt weniger drin von mir als in "Alles muss versteckt sein", weil weder arbeite ich beim Plattenlabel, noch war ich mal mit einem Rockstar zusammen :D 

Steffi: 
Nicht?! 

Wiebke: 
Nein, aber... Mein Freund spielt Schlagzeug so hobbymäßig... 

Steffi: 
Jaaaa, das passt ja dann schon ;D 
Gibt es ein Buch von dir, was du gerne noch einmal schreiben würdest, weil du jetzt im Nachhinein doch noch etwas ändern würdest? 

Wiebke: 
Nein. Selbst "Männer bevorzugt" würde ich heute zwar niemals wieder so schreiben, aber es hat eben so seinen Charme. Ich war Anfang 20, als ich das geschrieben habe und wenn ich heute da rein lese, aht dieses Buch den Charme des unbedarften, aber den darf es auch haben, denn wie gesagt, ich war Anfang 20 als ich es geschrieben habe.
 Ich würde nichts umschreiben.

Steffi: 
Gibt es ein Buch von einem anderen Autor, dass du gelesen hast, wo du dir denkst: "Mensch, das Ende anders beschrieben und es wäre super!" 

Wiebke: 
Neee... Aber ich habe mich wahnsinnig aufgeregt. Ich war wahnsinniger Fan von der Serie Dexter. Und am Ende der letzten Staffel habe ich mich so wahnsinnig über das Ende aufgeregt, dass ich gesagt habe: Das schreibe ich um! Das kann ich so nicht stehen lassen! 
Ich gucke da ganz treu alle Staffeln, folge und folge und dann bekomme ich so ein Ende serviert! 
Das ist eine Frechheit, da war ich wirklich empört! 

Ich: 
Oh Gott, ich hab das Ende noch gar nicht gesehen! 

Steffi: 
Schreibst du generell lieber alleine oder mit Frauke zusammen? 

Wiebke: 
Beides! 
Schreiben ist ein sehr einsamer Beruf und das mit Frauke ist mein Ausgleich dazu. Auch wenn wir uns oft kabbeln dadurch macht das Spaß. Leserreisen zu zweit sind super! 
Alleine auf Leserreise sitzt man alleine im Hotel und weiß nichts mit sich anzufangen, das ist zu zweit schon schöner. Das hat seine Vor- und Nachteile. Wenn man alleine schreibt ist man natürlich auch alleine Chef und da kann keiner rein quatschen. 

Steffi: 
Wie stimmt ihr euch dann immer ab? Persönlich? 

Wiebke: 
Ja. Wir diskutieren es so lange bis entweder die Eine die Andere überzeugt hat oder bis wir einen Kompromiss finden. Oder bis es so gemacht wird, wie ich sage! ;D 

Ich: 
Wie gehst du mit Kritiken zu deinen Büchern um?

Wiebke: 
Das kommt drauf an. 
Das ist ganz unterschiedlich. Ich bin jemand der Kritiken liest und auch viele liest. Natürlich nehme ich mir Verrisse auch zu Herzen oder auch kritische Anmerkungen. Da denke ich schon drüber nach und versuche auch daraus zu lernen. So richtig böse Verrisse, die ohne Hand und Fuß sind, die gehen mir nicht so zu Herzen, wenn ich merke das einfach jemand nur böse rum stänkern will. 
Über Lob freue ich mich aber natürlich, das ist ja ganz normal :) 
Ich versuche einfach so sachlich wie möglich damit umzugehen und das gelingt mal besser, mal schlechter. 

Steffi: 
Liest du die Kritiken aktiv? Also gehst du wirklich regelmäßig bei Amazon rein und guckst dir das an oder auf anderen Plattformen? 

Wiebke: 
Ja. Wobei manche Kollegen mir schon gesagt haben ich soll das nicht machen. Es gibt viele, die das gar nicht mehr machen, aber ich mache das noch. Ich bin da hart im Nehmen. 
Ich hatte das einmal, da wurde ich so wüst bepöbelt, weil in einer Szene in meinem Buch einem Hund etwas passiert ist. Da dachte ich auch: Leute, das ist ein Psychothriller, da kann man Menschen niedermetzeln und es stört keinen, aber der Hund, der ist jetzt ein Problem. Da war dann wirklich eine Kritik, die war sehr ausfallend, da schreib eine Frau: 
Wiebke Lorenz sollte sich in die Psychatrie einweisen lassen. 
Da habe ich kurz überlegt ob ich drunter schreiben soll: 
Hab ich schon gemacht, hat nix genutzt :D 
Hab ich aber dann gelassen und gebeten diesen Kommentar zu entfernen. 
Jeder darf seine Meinung zu dem Buch äußern, auch wenn er es scheiße fand, aber persönlich gegen mich geht gar nicht.
Was mich noch ärgert sind Spoiler. Das mag ich gar nicht, wenn ich die Meinungen lese und jemand schon alles verrät, was in meinem Buch passiert. Das muss ja nicht sein. 

Steffi: 
Deswegen lese ich keine Rezension mehr, wenn ich das Buch nicht schon kenne. Da habe ich mich schon viel zu oft drüber geärgert. Auch wenn die Leute selbst dann sagen: Steht doch  fast so im Klappentext. 

Wiebke: 
Ja es gibt einen Unterschied zwischen "fast so" und "es steht da"! 

Ich: 
Ich muss sagen, ich lese normalerweise solche Genre gar nicht. Ich bin eher so Fantasy, Dystopien und im Erotik- Genre zuhause. Ich habe das Buch aber tatsächlich schon gelesen und hatte bis auf zwei drei kleine Punkte nix zu meckern und es hat mir wirklich gefallen. Vor allem das Äußere vom Buch ist klasse! 

Wiebke: 
Da kann ich ja nix für, das hat der Verlag gemacht. 

Ich: 
Hast du da in irgendeiner Weise Mitspracherecht? 

Wiebke: 
Ich bekomme die Cover gezeigt und darf schon sagen was mir gefällt und was nicht. Und der Verlag würde im Zweifel auch kein Cover raus bringen bei dem ich sagen würde: Uhhh das geht gar nicht. 
Aber prinzipiell bin ich ein großer Freund der Maxime: Jeder soll das machen, was er am besten kann. In meinem Fall ist es eben das Schreiben und im Falle des Verlages, bzw, des Verlagsgraphikers ist es die Gestaltung. Da halte ich mich raus. 
Ich sage schon: Gefällt mir, gute Idee und ich würde auch sagen wenn mir irgendwas gar nicht passen würde, aber im Zweifel macht eben jeder das, was er am besten kann. 

Steffi: 
Der pinke Buchschnitt!
Das erste was ich gesehen habe, als ich das Paket aufgemacht habe war der pinke Buchschnitt, da hatte es schon gewonnen! 

Ich: 
Was machst du wenn du nicht schreibst?

Wiebke: 
Lesen! 
Ich lese sehr viel und höre auch gerne Hörbücher, gerade wenn ich mal versuche joggen zu gehen.
Ich sitze relativ viel auf Spielplätzen rum. Da auch mit Hörbuch, außer mein Kind möchte bespaßt werden. Trinke mit Freunden Kaffee, treffe mich mit meiner Schwester. 
Ich gehe gerne shoppen! 

Ich: 
Wer nicht? :)

Wiebke: 
Das hat sich aber seit das Kind da ist verlagert, ich shoppe nicht mehr für mich, sondern nur noch fürs Kind :D Da gibt es einfach so viele tolle Sachen! 

Steffi: 
Ich habe zwei, ich kaufe doppelt Kinderklamotten :D 

Wiebke: 
Meine Schwester hat ja vier Kinder, davon drei Mädchen und einen Jungen. Ich hab ja auch ein Mädchen. Und somit habe ich vom Baby Alter, bis zur Pubertät kistenweise Klamotten von meiner Schwester bekommen. Aber man will ja auch mal was Neues haben :D 

Steffi: 
Alleine wenn man in den Laden geht und da hängen so kleine niedliche Teile, da ist es egal was man zu Hause hat, man muss rein gehen und es kaufen, es schreit danach :D 

Wiebke: 
Das ist so! 

Ich: 
Ich ärgere mich immer, dass es solche Sachen nie in groß gibt :)
 ...
Was wärst du, wenn du keine Autorin wärst? 

Wiebke: 
Musikerin. Ich habe Musik studiert und Cembalo gespielt.

Steffi: 
Schreiben ist aber jetzt dein Hauptberuf? 

Wiebke: 
Ja, ich kann nix anderes :D 
Musik ist eingerostet, das würde beruflich nix mehr geben, nicht mal mehr in der Fußgängerzone.

Steffi: 
Und wenn es morgen mit dem Schreiben nicht mehr klappt, was machst du dann? 
Bei Frauke einziehen weil die ja noch schreiben kann? :D 

Wiebke: 
Dann würde ich vielleicht Agentin werden. Obwohl ne, das ist langweilig. 
Ich würde dann eine kleine Boutique aufmachen mit Kinderklamotten, also irgendwas mit Kindern würde es werden. Erzieherin weiß ich nicht, das ist glaube ich ein Knochenjob, wenn ich das sehe, zwei Erzieherinnen auf zwanzig Kinder, da muss man ja Nerven aus Drahtseilen haben. 
Ich weiß es nicht. Sehen wird dann, ich kann ja mal Bescheid sagen, wenn es nicht mehr läuft :D 

Ich: 
Was nervt sie am meisten an dem Beruf? 

Wiebke:
Das alleine vor dem Computer sitzen. 
Und mein Beruf besteht zu 99 Prozent aus Denken. Manchmal denke ich dann, dass ich gerne etwas machen würde ohne Denken. In einer Boutique Pullover zusammen nähen oder so. Dieses ständige Denken, denken,denken, das hört nie auf. Ich habe ja leider auch keinen Beruf wo man abends die Tür abschließt, nach Hause geht und dann ist Feierabend. Der Kopf geht einfach immer weiter, immer weiter. Das ist das anstrengendste. Das in meinem Kopf einfach nie Ruhe ist. 

Steffi: 
Welche Phase im Schreiben ist die anstrengendste? 

Wiebke: 
Das Plotten. Die Geschichte entwickeln. Das ist einfach das anstrengendste. 

Steffi: 
Hast du einen geregelten Alltag in  dem du schreibst?

Wiebke: 
Nein, leider nicht. Ich bin sehr undiszipliniert. Erst recht, seit das Kind da ist. Ich bringe sie um neun in den Kindergarten, dann habe ich von neun bis sechzehn Uhr Zeit und dann müsste ich eigentlich schreiben. Das versuche ich mir anzutrainieren, aber es gelingt leider nicht so richtig. Eigentlich müsste ich mir sagen: von neun bis zwölf sitze ich am Schreibtisch und es wird gearbeitet, da wird nicht telefoniert, da gibt es kein Facebook und keine Buchhaltung, von neun bis zwölf schreibe ich. Und danach kann man alles andere noch machen. Aber das bekomme ich leider nicht hin. Ich habe es dann oft, dass ich zwei bis drei Wochen nicht eine Zeile schreibe und dann merke, dass mir die Zeit davon rennt und dann bricht die Panik aus. Es geht bei mir so in Wellen und ich hätte lieber eine Beständigkeit drin. Da muss ich dran arbeiten, vielleicht klappt es ja eines Tages. 

Ich: 
Ich wurde mal gefragt, was ich wäre, wenn ich ein Stück Holz wäre, das würde ich gerne an sie weiter geben!

Wiebke: 
Ich wäre ein Türkeil, der die Tür offen hält! 

Ich: 
Ich habe damals gesagt: Ich wäre ein Kochlöffel, weil ich gerne esse... :)


Ohne meine Schlunzen Steffi wäre das Interview nicht mal halb so gut geworden. (Es hätte ja auch gar nicht stattgefunden hihi)

Ein großes Dankeschön also an dich Steffi, an den Verlag und natürlich an die Autorin selbst für ihre Ausdauer und starken Nerven manche Fragen schon zum X- mal beantworten zu müssen.

Es war mir eine riesen Freude und natürlich bin ich jetzt um mindestens eine Erfahrung reicher. ;)

Das nächste mal würde ich mir wieder Fragen bereit legen aber sicherlich etwas lockererer an die Sache heran gehen und auch einiges eher aus dem Gespräch heraus fragen. 


Das Bild hat die liebe Steffi gemacht :)
Sind wir nicht schön? hihi




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