Dienstag, 5. Juli 2016

#2 VERLAGSVORSTELLUNG VALKYREN VERLAG - DAS TEAM








Auch heute steht bei uns wieder alles im Zeichen des Valkyren Verlages. Wir hoffen, Ihr seid gespannt, denn es geht nahtlos weiter. 




Hinter jedem Verlagslogo stehen immer Menschen, die ihre Ideen und Träume verwirklichen, so natürlich auch beim Valkyren Verlag. Das Verlagsteam besteht aus Anna Werle und Daniela Höhne. Wir haben die beiden zu einem Interview gebeten und die beiden haben keine Mühen gescheut unseren Fragenkatalog abzuarbeiten. Herzlichen Dank dafür!




Stellt Euch bitte in 3 Sätzen vor. 

Anna: Ich bin Anna, die Reginleif unter den Valkyren, oder einfach der kreative »Goldkopf« ;). Eine Optimistin, die nichts in ihrem Leben dem Zufall überlassen mag und am besten alles selber anpackt. Ich lerne und lese für mein Leben gern und brauche immer Action: so entspannt mich ein Tagesmarsch in wilder Berglandschaft mehr, als eine Woche auf der Liege am Strand. 

Daniela: Ich glaube, ich habe von jeder Walküre ein bisschen in mir, je nach Tagesform. ☺ Im realen Leben bin ich freiberufliche Lektorin und habe das, was mir am meisten bedeutet, zu meiner Berufung gemacht: Geschichten in jeder Form. Mit einem Hang zu Historie, Mythologie und Archäologie ist mir schon früh klar geworden, dass sie tatsächlich überall zu finden sind und oft einen wahren Kern besitzen; ginge es nach mir, würden sie alle aufgeschrieben und für die Ewigkeit schriftlich festgehalten. So eine Enzyklopädie hätte vermutlich einige Millionen Seiten, aber das wäre es sicher wert.


Wie habt Ihr Euch gefunden?

Daniela: Es war im Sommer 2014, als ich eine E-Mail von einer jungen Frau bekam, die meine Rezension zum Film “Wolfhound” gelesen hatte. Anna lebt schon sehr lange in Deutschland, beherrscht ihre russische Muttersprache aber noch sehr gut, so dass es ihr möglich war, die Buchreihe von Maria Semenova, auf der der Film basiert, zu lesen. Wir kamen ins Gespräch und aus „Schade, dass noch niemand dieses tolle Werk übersetzt hat“ entstand in arbeitsreichen Monaten der Valkyren Verlag.
Wir hatten festgestellt, dass wir selbst das Rüstzeug in der Hand hielten. Anna arbeitete als Fotografin und Mediengestalterin und ich als freiberufliche Lektorin. Daraus müsste sich doch etwas machen lassen, überlegten wir und wälzten Fachliteratur, um uns all das anzueignen, was wir bisher noch nicht wussten. Wir kannten auch bereits Leute vom Fach, die uns sehr geholfen haben und uns wirklich jede Frage beantworteten. Aber es sollte nicht nur bei einem Werk bleiben und da wir ohnehin schon jahrelang die verschiedenen Buchmärkte studiert hatten, stellten wir ein Verlagskonzept auf und gingen es einfach an.




Habt Ihr eine genaue Arbeitsteilung? 

Daniela: Ja, unbedingt! Man stelle sich nur vor, ich müsste ein Bild malen (Anna, hör bitte auf zu lachen!). Wenn wir das Cover für ein Buch planen, kann es nämlich vorkommen, dass wir Skizzen zur besseren Verdeutlichung anfertigen – man sieht sofort, welche meine ist.
Aber auch in allen anderen Arbeiten ist es zwingend notwendig, sich alles genau aufzuteilen und abzusprechen, weil es einfach wahnsinnig viele Dinge sind, die am besten vorgestern erledigt sein sollten. Inzwischen haben wir auch herausgefunden, wem von uns was am besten liegt und wer wann am besten Zeit dafür erübrigen kann. Ansonsten ist der künstlerische, bildreiche Teil in jedem Fall Annas Ressort und alles was mit dem geschriebenen Wort zu tun hat, meines.


Was lest Ihr selbst privat am liebsten? Oder verbindet sich da privates und berufliches?

Anna: Ich lese in letzter Zeit fast ausschließlich Belletristik auf Russisch - slawische und nordische Historie und Phantastik. Dies hat zwei Gründe: zum einen habe ich großen Gefallen an den Werken moderner russischer Autoren gefunden, zum Zweiten hilft es mir fit in der Sprache zu bleiben, um es besser übersetzen zu können. 

Daniela: Ich habe schon immer sehr viel gelesen, im Privaten allerdings kann ich leider nicht mehr die Zeit erübrigen, die ich früher einmal hatte. Daher sind es oft Kurzgeschichten oder Kurzromane, denen ich mich widme. Im Zuge der Veröffentlichung unseres ersten Buches, einem Jugendroman, habe ich natürlich in diesem Genre viel gelesen, um auf dem Laufenden zu bleiben und „Im Glanz der Welten“ besser einordnen zu können. Ich bin vermutlich etwas voreingenommen, aber der Roman gefällt mir um Längen besser, als die meisten gängigen Jugendromane dieser Tage.


Ihr habt es Euch zur Aufgabe gemacht die nordischen bzw. skandinavischen Werke in die Welt zu verbreiten, wie seid Ihr dazu gekommen? 

Anna: Meine Lieblingsautorin, Maria Semenova hat viele wunderbare historische Romane über Wikinger und Slawen geschrieben. Als ich diese gelesen hatte - natürlich auf Russisch - fand ich es sehr bedauerlich, dass ich die Bücher nicht mal meinen Kindern zum Lesen geben kann, da sie nicht in Deutsch vorliegen. So bekam ich die fixe Idee, die Autorin unbedingt ins Deutsche zu übersetzen. Nachdem wir uns mit Daniela zusammengefunden hatten und es klar wurde, dass wir einen Verlag brauchen, um die Idee zu verwirklichen, und der Verlag wiederum ein Programm, waren wir uns ziemlich schnell darin einig, dass wir das skandinavische und das slawische Thema zu unseren Steckenpferden machen wollen. Denn Drachen und Hobbits verlegen bereits alle anderen … 

Daniela: Als Deutsch-Muttersprachler haben mich die östlich und nördlich geborenen Literaturwerke schon immer sehr interessiert, nur leider wurde nur ein kleiner Prozentsatz von ihnen in meine Sprache übersetzt. Oft übrigens jene, die auch bereits in englischer Sprache vorlagen. Als ich anfing, mich mit Anna über diverse Literatur zu unterhalten, von der ich dachte, ich würde nie in den Genuss kommen, sie lesen zu können, war für mich schnell klar, dass wir etwas daran ändern müssen. Denn: Wenn nicht wir, wer sonst?


Gibt es ein Buch, das es aus Eurer Sicht unbedingt auch auf Deutsch geben sollte. Eine Kindheitserinnerung vielleicht? 

Anna: Bei mir ist es eindeutig die phantastische Romanreihe „Wolkodav“ von Maria Semenova und ihre „Walküre“ … und ihr Roman „Der Schwanenweg“ über die Wikinger im 9. Jahrhundert. Ihr seht, ich könnte mich zwischen ihren Büchern eigentlich gar nicht entscheiden, sie sind alle lesenswert. Außerdem hätte ich im gleichen Zug auch die Romanreihe „Das Schiff im Fjörd“ von Elisabeth Dvorezkaja nennen können - ebenfalls ein literarisches Juwel vom hohen kulturellen Wert, wie ich finde. 

Daniela: Als geborene Ost-Berlinerin sind es vor allem die wundervollen russischen und tschechischen Märchen, an die ich sehr liebevolle Erinnerungen hege. Wer kennt nicht DAS Weihnachtsmärchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“? Und die östlichen Länder haben noch so viel mehr davon zu bieten. Natürlich gibt es für Interessierte bereits viele davon in deutscher Sprache zu lesen, aber noch muss man danach suchen und längst nicht alle sind dabei. Aber auch Erwachsenenliteratur interessiert mich sehr, nicht die verbreitete zeitgenössische, sondern die historische und phantastische. 



"Im Glanz der Welten" ist das erste Buch, das in Eurem Verlag erschienen ist. Was hat Euch daran am meisten fasziniert, gefallen? 

Daniela: Obwohl der erste Blick auf das Werk durch eine eher durchwachsene textliche Übersetzung geschah, war für mich sofort klar, dass ich ein Buch vor mir hatte, das sehr lesenswert ist und veröffentlicht gehört. Mir gefielen die Charaktere, die nicht glatt daherkommen, sondern Ecken und Kanten mitbringen. Mir gefielen die Authentizität, die aktuellen Themen und die Ausdrucksweise von Âsa Böker. Ich war von Anfang an hin und her gerissen zwischen Unna und Yrsa, die beide meine Lieblingsfiguren sind. Und ein wenig auch Crispin Silberschwert, vor allem am Ende. 


"Brautsee" von Lucia S. Wiemer erscheint im August. Dürft Ihr dazu schon ein wenig verraten? 

Der Roman wurde von einer norddeutschen Autorin, die unter Pseudonym schreibt, aufs Papier gebracht. Sie ist selbst schon dutzende Male an eben diesem See vorbeigegangen und von dessen Geschichte fasziniert gewesen. Den Klappentext und bald auch das Cover können sich Interessierte HIER ansehen.
Am Ende wird der Leser hoffentlich nicht nur von Trine Zimmerers Schicksal ergriffen sein, er findet auch einige nützliche Angaben zur realen Historie des Sees.


Was ist Euch besonders wichtig, bei den Büchern die Ihr veröffentlicht?

Unsere Bücher sollen nicht nur auf ungezwungene Art unterhalten, sondern auch Brücken bauen; viele von uns kennen sich mit der Geschichte westlich von uns gelegener Staaten oft besser aus, als mit der unserer östlichen Nachbarn. Dabei ist diese Geschichte oft ebenso ein Teil von uns. In Berlin in etwa werden immer wieder germanische und slawische Siedlungen aus dem 8./9. Jahrhundert ausgegraben (zuletzt 2015) und etliche Ortsnamen erinnern an die gemeinsame Vergangenheit. 
Wir haben uns ebenfalls einen kleinen Bildungsauftrag erteilt, nicht veröffentlichen, egal was, sondern anregende und kurzweilige Romane, von denen auch nach dem Lesen noch etwas in uns bleibt. Ebenfalls auf unsere Fahnen haben wir starke weibliche Charaktere geschrieben, die in der gängigen Literaturwelt leider noch reichlich kurz kommen.



Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft? 

Daniela: Glück und Gesundheit. ☺ Für den Verlag, dass die Bücher, in die eine Menge Leute viel Arbeit gesteckt haben, auch gekauft und gelesen werden. Auch wenn wir beide uns für unsere Arbeit nicht bezahlen, wünsche ich mir dennoch gute Absätze, denn nur dann wird es uns möglich sein, in immer mehr Länder und ihre Literaturschätze vorzustoßen.

Anna: Ich kann mich den Worten von Daniela nur anschließen. Außerdem würde ich mir für den Verlag wünschen, dass wir immer ein Team bleiben, dass auf gleicher Wellenlänge ist und sich blindlings versteht. Bis jetzt klappt es nämlich wunderbar!




Wir hoffen, Ihr konntet einen Eindruck von den "Valkyren" gewinnen. Julia findet die beiden unheimlich sympathisch und freut sich auf mehr aus diesem Verlag! Sie treffen absolut ihren Lesegeschmack. 
















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...