Mittwoch, 2. März 2016

Rezension zu Die Luft da oben von Pauline Keller




Autor/in: Pauline Keller
Erscheinungstermin: 22.04.2015
Seiten: 244 Seiten
Genre: Roman


















War es früher anders? Gab es eine Zeit, in der Lena dazugehörte? Eine Zeit, in der sie normal war, nicht auffiel? Eine Zeit, in der sie "hineinpasste"? Lenas Geschichte packt: mit Eltern, die drücken, drängen und mit "den anderen" vergleichen. Packt mit Verena, der besten Freundin -. die keine Freundin ist, mit dem Schwager Manfred, einem Mister Oberwichtig, Pascha und spackig bis dorthinaus. Mit Christian, Lenas Freund, der für sie da ist, was auch passiert. Doch vor allem packt Lenas Größe, 1 Meter und 82 Zentimeter, die sich zwischen sie und andere Menschen zwängen. 1 Meter und 82 Zentimeter, die sie immer wieder aufs Neue verletzen. Aufrichtig und mit schwarzem Humor erzählt "Die Luft da oben" von einer Außenseiterin. Es gelingt der Autorin, einen unsichtbaren Gegner sichtbar werden zu lassen - den mächtigsten Gegner, den ein junger Mensch haben kann: sich selbst.

Mein Dank gilt der unheimlich netten Autorin, für das Rezensions Exemplar. Vielen Dank auch an Books on Demand

Das Cover passt für mich nicht so gut zum Inhalt, aber da in diesem Fall vor allem der Inhalt wichtig ist, sollte der Leser hier nicht so genau hinsehen. Schließlich zählen die inneren Werte.

Lena Wagner ist 25 und gerade fertig mit ihrem BWL Studium. Sie ist unentschlossen wohin es sie treibt und daher plant sie eine Pause um zu sehen, was sie sich vom Leben wünscht. Leider ist das völlig gegen den Willen ihrer Eltern, und den der restlichen Familie, da ist sie direkt als Faulenzer abgestempelt. Ihre beste Freundin ist völlig damit beschäftigt Lena die Schuld für praktisch alles Schlechte in ihrem Leben zu geben und auch sonst läuft es so gar nicht. Bis auf ihren Freund Christian steht ihr niemand bei und plötzlich hat sie das Gefühl, dass die ganze Welt sich gegen sich verschworen hat. 

Ich muss sagen, der Einstieg in die Geschichte ist mir nicht schwer gefallen. Es geht auch direkt beim Familienessen zur Sache. Eigentlich feiern alle die bestandenen Prüfungen, aber davon merkt man nur gefühlte 5 Minuten etwas. Dann beginnt das Martyrium, dass sich stark durch das Buch zieht. Lena kann es niemandem recht machen, ihre Familie ist völlig gegen jede ihrer Entscheidungen. Sie drängeln Lena in eine Richtung, vor allem aus Scham davor, was die Nachbarn denken könnten. 

Am härtesten fand ich die Reaktion ihrer "besten" Freundin Verena. Ich kann es nicht fassen, wie schnell ein Mensch all seinen "Müll" bei einem anderen ablädt und das auch noch für richtig hält. Ich könnte mich sooooo in Rage reden, das würde aber weder Lena noch mir helfen. ;) 

Lena ist sehr sensibel, sie nimmt sich wahnsinnig schnell zu Herzen was andere Menschen sagen, vor allem die Meinungen der Menschen die ihr wichtig sind. Sie versucht es allen Recht zu machen, verbiegt sich selbst um für alle eine glückliche Situation zu schaffen und vergisst darüber hinaus sich selbst. Manchmal scheint es als würde Lena sich völlig in Vorwürfen und Fehlern der anderen verlieren, als würde sie sich selbst und ihre Stärken gar nicht kennen. 

Die Autorin erzählt realistisch und umgangsprachlich was es bedeutet, nicht man selbst zu sein. Nicht zu wissen, wohin einen das Leben führt und vor allem gebückt durchs Leben zu gehen. Diese Geschichte zeigt aber auch, wie wichtig es ist, darüber nachzudenken was man anderen Menschen um die Ohren haut, vor allem wenn man sie liebt. Gerade in einer Welt in der wir uns alle doch tagtäglich verändern und unsere Meinung ändern. 

Ich denke dieses Buch macht anderen Betroffenen Mut und am Ende gehen wir hoffentlich alle etwas aufrechter durchs Leben. 


Fazit


Eine Geschichte mitten aus dem Leben, vielleicht ein Trost für alle die sich selbst auch noch suchen.







4 von 5 Salatköpfen 




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